Was können Eltern heute noch mit ihren Kindern unternehmen ?


Ein Besuch im Zirkus ?

Häufig wissen junge Familien nicht, was sie mit ihren Kindern unternehmen sollen. Die Interessen sind heute ja so verschieden. Aber warum nicht mal ein Besuch im Zirkus? In einem Zoo war jeder schon einmal. Dort gibt es zwar eine Menge Tiere aller Art, es kann aber passieren, daß sie sehr weit weg sind oder in ihren Höhlen oder irgendwo sonst herumliegen.
In einem Zirkus ist das anders. Hier sind die Tiere zum Greifen nahe, man kann sie riechen und deren Bewegungen geobachten. Das Stampfen der Hufe im Sand der Manege und die Rufe des Dompteurs erfüllen das Zirkuszelt genauso wie die lustigen Scherze der bunten Clowns.

In diesem Artikel sollen aber nicht die großen Zirkusse wie Barum, Althoff oder Roncalli vorgestellt werden. Mir liegen die kleinen Familienbetriebe, die mit ihrem Programm, den Artisten und Tieren, durch die Lande ziehen, besonders am Herzen. Hier wird die Show speziell auf die kleinen Gäste zugeschnitten. Alberne Clowns und rasante Tiernummern versetzen die Kinder in ein Wechselbad der Gefühle zwischen lautem Lachen und ungläubigem Staunen. Das Programm ist reichhaltig und abwechslungsreich, wobei die einzelnen Nummern genau so lange dauern, wie die Aufmerksamkeit der Kinder anhält. Es gibt keine Pausen mit aufwendigem Auf- und Abbau. Es geht Schlag auf Schlag und die Kinder bekommen nicht die Gelegenheit, sich zu langweilen.

In der Pause und nach der Vorstellung wird den Kindern die Möglichkeit geboten, die "Tierartisten" näher kennenzulernen. Gegen einen geringen Unkostenbeitrag können die Kleinen die Tiere streicheln und füttern. Die Attraktion des Zirkus Alberti ist dabei der Elefantenbulle SHENKA. Er wird von Stefan Frank auf seine ganz besondere Art dressiert. Während der Pause besteht zudem noch die Chance, sich mit dem Elefanten in der Manege fotografieren zu lassen. Nach anfänglicher Scheu vor einem so großen Tier entscheiden sich doch mehr und mehr Kinder und Erwachsene (die auch nicht frei von Furcht sind!), für dieses besondere Souvenir. Der riesige Bulle hört auch außerhalb der Manege auf jedes Wort seines Ziehvaters. Das funktioniert so erstaunlich gut, daß SHENKA sogar ganz alleine spazierengehen kann. Und das ist laut Aussage von Herrn Frank auch tatsächlich "völlig ungefährlich!". Neben der Dressur des Elefanten ist es Stefan Frank auch gelungen, gemischte Tiergruppen im Zirkusrund den weitaufgerissenen Kinderaugen vorzuführen. Da Springen doch wirklich Rehe zwischen Kamelhöckern hindurch! Wirklich erstaunlich, wann hat man sowas schon gesehen? Die Feuerspucker sind sensationell! Die Flammen schlagen aus dem Mund bis an die Decke des Zeltes. Von den Clowns werden auch die Zuschauer zum Mitmachen animiert. Ob Klein ob Groß, alle machen mit und haben eine Menge Spaß. Die Vorstellung endet mit einem Finale, bei dem noch einmal alle menschlichen Artisten verabschiedet werden, nach abwechslungsreichen 90 Minuten. An den nächsten Tagen werden die Kinder von diesem Besuch im Zirkus in ihren Schulen und Kindergärten schwärmen und somit wieder dazubeitragen, die nächsten Vorstellungen zu füllen.

weitere Zirkus-Termine

Die Mundpropaganda ist sehr wichtig für die kleinen Zirkusse, denn diese kleinen Betriebe kämpfen ums Überleben, deswegen ist das Geld für Werbemaßnahmen stark begrenzt. Wer es, wie die Familie Frank, in unserer heutigen Zeit noch schafft, einen kleinen Zirkus zu führen, der besitzt ein gehöriges Maß an Idealismus. Durch neue bundes- und europaweite Bestimmungen ist es für viele Familienbetriebe fast unmöglich, sich zu finanzieren. Neue Tierschutzbestimmungen bezüglich der Standfläche pro Tier zwingen die Besitzer dazu, Tiere abzuschaffen, aber wohin?, oder mehr/größere Boxen zu bauen, aber womit? Wenn sie sich zum Abschaffen der Tiere entscheiden, verlieren sie ihre Attraktionen. Das Vergrößern der Boxen kostet Geld, das auf die Eintrittspreise aufgerechnet werden muß. Dadurch verliert der Zirkus in jedem Fall Zuschauer. Außerdem müssen alle Artisten und Tiere durch diesen Betrieb versorgt werden. Bei bis zu 40 Mitarbeitern, circa 60 Tieren und einem aufwendigen Fuhrpark wird dies immer schwerer. Vorallem, wenn man bedenkt, das über die Wintermonate keine Vorstellungen stattfinden, Tiere und Artisten aber trotzdem leben müssen. Das ist schon in der Saison schwer genug. Der Futtermeister ist ständig bei den Bauern der Umgebung auf der Suche nach Nahrung für die Tiere. Immer in der Hoffnung, Heu, Stroh, Gemüse oder ähnliches zu niedrigen Preisen oder gar umsonst zu bekommen, denn Futter ist in der Regel sehr teuer. Ein weiteres Problem ist die Standortsuche. Viele Städte und Gemeinden haben Probleme bzw. Vorurteile, was den Zirkus und deren Mitarbeiter angeht. Dabei wäre es doch wünschenswert solche "exotischen" Kulturträger zu erhalten, anstatt ihnen immer mehr Schwierigkeiten in den Weg zu legen.

Auch der soziale Aspekt darf nicht vergessen werden. Der Zirkus Alberti hat, so berichtet Stefan Frank, wie andere Zirkusse auch, eine große Nachfrage an jugendlicher Hilfe. Viele Kinder, vorallem junge Mädchen, sind bereit bei bei der Betreuung der Tiere zu helfen. Dadurch bekommen sie auch einen Einblick in das interessante Leben der Zirkusfamilien. Die Kinder, zum Beispiel, haben zweimal in der Woche Schulunterricht. In den Wintermonaten besuchen sie dann ganz normale Schulen. Damit wird ihnen die Möglichkeit geboten, trotz des ständig wechselnden Wohnorts regelmäßig unterrichtet zu werden.