DER ROVER UND SEINE AUFGABEN AUF DER MARSOBERFLÄCHE !



"Wir suchen nach verschiedenen Gesteinsbrocken, um eine bessere Vorstellung von der Zusammensetzung des Mars zu erlangen", sagte der NASA-Wissenschaftler Matthew Golombek vom Jet Propulsion Laboratory.
"Auf der Erde existieren eine ganze Menge verschiedenartiger Gesteine und wir erwarten dasselbe vom Mars", legte er dar.




Sein erstes Zielobjekt, der Stein "Barnacle Bill", brachte einen ganzen Strom von Daten und Erkenntnissen zum Vorschein, die die Marsforscher gehörig überraschten. So ist augenscheinlich, daß der Mars entgegen ersten Vorstellungen der Erde wesentlich ähnlicher ist, als erwartet.
Jeff Johnson, ein Geologe in den Diensten der NASA, berichtete, die sehr nahen, hochaufgelöste Bilder von "Barnacle Bill" zeigten, daß der Stein sehr homogen sei und nicht aus verschiedenen Komponenten bestehe, daher sei seine Entstehung eher auf einen Vulkanausbruch als auf Ablagerungen zurückzuführen.
Es sei darüberhinaus wahrscheinlich, daß der Fels nicht an seiner Fundstelle entstand, sondern von einer Flutwelle Hunderte von Meilen transportiert worden sei.

Auf der Suche nach zuverlässigen Daten wird der Rover auch zu zwei weiteren Felsen geschickt - "Casper" und "Scoobie Doo". Auch diese Zwei verdanken ihre Namen Cartoon-Figuren und werden mit dem Alpha-Proton-Spektrometer des Marsfahrzeuges untersucht.
Das Spektrometer soll die chemische Zusammensetzung des Gesteins untersuchen, indem es Protonen entsendet und deren Reflektion durch den Block analysiert. Die bereits angefertigten Bilder ließen nach Golombek vermuten, daß die Zusammensetzung von "Yogi" ganz anders ist als die von "Barnacle Bill".

Auf seinen Touren entdeckte der Mars Rover "Sojourner" einen neuen "Rock-Star", den Felsblock "Yogi", und beschnüffelte diesen ausgiebig. Von der Erkundung dieses Steins erhoffen sich Wissenschaftler weitreichenden Aufschluß über den Roten Planeten.
"Yogi", aufgrund seines bär-artigen Aussehens nach dem Cartoon-Helden Yogi-Bär benannt, war bereits der zweite Marsgesteinsblock, den der kleine sechsrädrige Buggy nach der Landung des Pathfinders im Ares-Vallis-Becken unter die Lupe nahm.
Der Sojourner war ursprünglich damit beauftragt worden, "Yogi" direkt nach der Landung abzutasten, doch Fotos der Marsoberfläche gaben zu erkennen, daß der Felsblock in einer Kuhle liegt, in der er entweder durch eine Flutwelle oder einen Vulkanausbruch abgelegt worden sein mußte. Dies, so Golombek auf einer kurzen Pressekonferenz, könne bedeuten, daß das Marsgefährt in diese Kuhle stürzen und so eventuell seine Energieversorgung verlieren könnte.So verbrachte der Sojourner fast einen ganzen Tag damit, hochaufgelöste Fotos von "Yogi" zu schießen, um zu entscheiden, wo daß Spektrometer später am besten ansetzen sollte.

Der Rover blickt zurück auf seinen Landeplatz. Der Pathfinder steht sicher auf einer kleinen Anhöhe. Die Sonnenpaddel sind nach wie vor zur Stromversorgung nach unten geklappt. Man kann die Airbags unter den Paddeln sehen. Im Vordergrund liegen die Felsbrocken, die der Rover bereits erfolgreich untersucht hat. Zu erkennen sind auch die Reifenspuren im Marsstaub.
Über die Antenne, die in den Marshimmel reicht, sind schon 1.2 Gigabyte bzw fast 10.000 Bilder von der Marsoberfläche zur Erde gesannt worden. Nach 30 Tagen ist der Rover noch immer voll funktionsfähig. Er hat schon über 50 Meter auf seinem Weg um den Pathfinder zurückgelegt und fast 400 Aufnahmen von Gesteinsbrocken und der Sonde gemacht.
Der Rover soll jetzt einen kleinen Hügel besteigen, der ungefähr 90 Meter entfernt und knapp 20 Meter hoch ist. Diese Expedition wird fast einen Monat dauern. Aber dann wird man zum ersten Mal einen Blick von oben auf die Marsoberfläche werfen können, nicht wie bisher aus der Rover-Perspektive; von unten.

Sojourner stoppt und wartet auf neue Anweisungen vom Bodenpersonal. Das Vorderrad steht auf dem Felsen Torres, ein Hinterrad verweilte auf dem Stein Tigger.
Der neue Marschbefehl führte den Rover zu dem Fels Shark, der als nächster mit dem Spektrometer untersucht werden sollte.




Während die Forschungscrew auf der Erde höchst zufrieden mit der Arbeit von Sojourner ist, dauert es meist einen Tag, bis die Ergebnisse der Untersuchungen offiziell bestätigt werden können.
Das kommt daher, daß die Forscher nur zweimal am Tag Befehle entsenden und Resultate abrufen können, nämlich immer nur dann, wenn die Sonne auf Sojourner scheint und so dessen Solarzellen mit Energie versorgt. Es dauert ungefähr 10 Minuten und 25 Sekunden, um Daten zwischen den zwei Planeten hin und her zu schicken.





Informationen über das Gestein werden gescannt.


  Informationen über die Vulkane auf der Marsoberfläche gibt es auch schon. Der Schildvulkan "Olympus Mons", ähnlich den Schildvulkanen auf Hawai nur 100mal höher als etwa der Mauna Loa, mißt 625 Kilometer im Durchmesser und ist zwischen 24 und 25 Kilometer hoch. Er liegt auf dem Tharsis Plateau nahe dem Marsäquator. Der Kraterkessel hat einen Durchmesser von 80 Kilometer und enthält mehrere ineinandergefallene Krater, die bei verschiedenen aktiven Phasen des Vulkans entstanden.
Buch Tipp


Archäologie im Weltraum.